"Vom Himmel hoch da komm ich her …"
Adventskalender aus 100 Jahren

Verein der 
 Freunde des Museums Europäischer Kulturen
 Programm

Vorträge
Workshops
Europäischer Ostermarkt
Vereinstermine auf einen Blick

 Neuigkeiten
 Spenden für Erwerbungen
                & Restaurierungen
 Veröffentlichungen
 Schreiben Sie uns doch!
 Antrag auf Mitgliedschaft
 Satzung des Vereins

oooooooooooooooooooo

 


"Adventskalender aus 100 Jahren" heißt eine Ausstellung des Museums Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin, die im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz vom 22. November 2009 bis zum 10. Januar 2010 im Volkskundemuseum der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen zu sehen ist.
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von etwa 200 Kalendern aus der Sammlung des Museums Europäischer Kulturen.
Gedruckte Adventskalender, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit etwa 100 Jahren. Die Ausstellung beginnt mit den "Blättern für den Adventsbaum", einem historischen Vorläufer unserer Adventskalender, und zeigt dann die ersten gedruckten Kalender des Münchener Verlegers Gerhard Lang (1881-1974). Lang gilt als der eigentliche "Vater" der Adventskalender, denn er brachte zwischen 1908 und 1938 über 30 verschiedene Kalender, in aufwändiger Verarbeitung und von namhaften Illustratoren gestaltet, heraus. In den 1920er Jahren gaben bereits mehrere Verlage in Deutschland Adventskalender heraus. In Leipzig druckte die Graphische Kunstanstalt Meißner & Buch die Leipziger Adventskalender nach Entwürfen von Fritz Baumgarten.
Die europäischen Nachbarländer begannen in den 1930er Jahren ebenfalls mit der Herstellung von Adventskalendern. Nach 1945 trugen dann amerikanische Besatzungssoldaten zum Siegeszug der Adventskalender in den USA bei. Die Adventskalenderproduktion in der Bundesrepublik Deutschland orientierte sich nun zunehmend am internationalen Markt. Viele Entwürfe wurden über Jahre gedruckt und erleben bis heute hohe Auflagen.
Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden die in der DDR herausgegebenen Adventskalender. Hier sollte nichts an den christlichen Ursprung des Festes erinnern, lediglich die Kalender der wenigen christlichen Verlage knüpften daran an. Nichtsdestotrotz boten die wenigen Verlage, z.B. der Planet-Verlag Berlin, ein erstaunliches Spektrum interessanter und gut gestalteter Kalenderentwürfe an.

Nähere Informationen erhalten Sie bei der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Schloß Gottorf, 24837 Schleswig, Volkskunde Museum, Dr. Carsten Fleischhauer, Tel. (04621) 9676-13, Fax. (04621) 9676-34.
Ausstellungseröffnung ist am Samstag, den 21.11.2009 um 15 Uhr.

Als sich im 19. Jahrhundert das Weihnachtsfest zur großen Familienfeier mit Bescherung entwickelte, suchte man nach Wegen, den Kindern das Warten auf den Heiligen Abend zu verkürzen und die Frage "Wie viele Tage sind es noch?", zu veranschaulichen. Den ältesten gedruckten Adventskalender - eine Weihnachtsuhr für Kinder - veröffentlichte 1902 eine evangelische Buchhandlung in Hamburg. Als eigentlicher "Erfinder" der Adventskalender gilt jedoch der Pfarrerssohn Gerhard Lang (1881-1974). Er ersann 1903 den ersten Weihnachtskalender "Im Lande des Christkinds".
Bald wurden die Kalender überall in Deutschland populär. In Leipzig gab z.B. der Verlag Meißner & Buch die "Leipziger Adventskalender" heraus. Diese Reihe erfreute sich, nicht zuletzt wegen der Bilder von Fritz Baumgarten, großer Beliebtheit. Die mit Schokolade gefüllten Kalender gibt es seit den 1920er Jahren, bedeutendster Hersteller war die Dresdener Firma Petzold & Aulhorn.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Druck von Bildkalendern eingestellt, doch schon 1945 erschienen wieder Adventskalender. Verlage in allen Besatzungszonen Deutschlands erhielten Drucklizenzen und begannen mit der Produktion von Kalendern. Charakteristisch für die meisten westdeutschen Adventskalender war der aufgeklebte Glimmer, der die Kalender so geheimnisvoll funkeln ließ. In der atheistisch ausgerichteten DDR wurden Adventskalender hergestellt, die nicht an den ursprünglich christlichen Anlass des Weihnachtsfestes erinnern sollten. Statt von Advents- sprach man von Vorweihnachtskalendern, und hinter der Kalendertür des 24. Dezembers verbarg sich keine Krippendarstellung, sondern meist der geschmückte Tannenbaum. Zu den Eigentümlichkeiten der Adventskalenderproduktion in der DDR zählte außerdem, dass jedes Jahr neue Kalenderentwürfe in Auftrag gegeben wurden. Die Kalender wurden nur für den einheimischen Bedarf hergestellt und nicht exportiert. Die wenigen Verlage boten ein erstaunliches Spektrum überraschender Entwürfe an, z.B. das Motiv der Adventspyramide, das bislang nur aus der DDR bekannt ist. Verlage der (west-) europäischen Nachbarländer produzierten Adventskalender vereinzelt ab den 1920er-und zunehmend ab den 1950er Jahren. In den Ländern Osteuropas verbreiteten sie sich dagegen erst nach 1990. Heute orientieren sich die Verlage stark am internationalen Markt. Sie produzieren mit Schokolade gefüllte Kalender und bilden darauf neben traditionellen Motiven auch Figuren aus Film und Fernsehen ab.


Ansprechpartner: Prof. Dr. Konrad Vanja/Tina Peschel, Museum Europäischer Kulturen SMB, Im Winkel 6/8, 14195 Berlin, Fax: 030 / 266 42 6804

 
 
 
         

 

>>> zurück zum Programm

 
 
o

 

                                  

oooooooooo

>>>     Museum
Europäischer Kulturen 
                                         zurück zur Startseite