Bilder - Dinge - Klänge
Estnische Kulturtage

Fotoausstellung:
"Johannes Pääsuke (1892-1917). Mann mit zwei Kameras"
Eine Ausstellung des Eesti Rahva Muuseum (Estnisches Nationalmuseum), Tartu

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Johannes Pääsuke. Mann mit zwei Kameras

Im Mittelpunkt der diesjährigen Kulturtage stehen die vielfältigen Kontakte zwischen Esten, Dänen, Deutschen, Juden, Letten, Russen, Schweden und Setu sowie die "Verwandtschaft" mit Finnen und Ungarn, denn das Estnische gehört zur finno-ugrischen Sprachgruppe. Lesungen, Musik, Vorträge, Filme und Führungen bieten Information und Unterhaltung rund um das Thema Estland.

In Zusammenarbeit mit dem Eesti Instituut in Tallinn zeigen wir die Ausstellung "Johannes Pääsuke. Mann mit zwei Kameras", die vom Eesti Rahva Muusem (Estnisches Nationalmuseum), Tartu, konzipiert und entwickelt wurde. In der Ausstellung sind 90, z. T. sehr großformatige, ethnographische Fotografien zu sehen, die einen lebhaften Einblick vermitteln in die estnische Kultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Objekte des 18. bis 20. Jahrhunderts aus dem Bestand des Museums Europäischer Kulturen ergänzen Pääsukes Impressionen aus Tartu, vom Land und von den Inseln.

 

Begleitveranstaltungen:

Sa, 06.03.2004, 16.00 Uhr
Lesung mit Musik: Estland - Literarische Impressionen

(Texte: Liis Kolle, Musik: Triin Ella und Eve-Riina Rannik)

Liis Kolle, Theaterregisseurin aus Estland, liest aus Romanen und Erzählungen estnischer und deutscher Autoren, die einen literarischen Blick werfen auf die Lebenswelt und das Zusammenleben der Menschen in Estland. Die Mezzosopranistin Triin Ella, die von Eve-Riina Rannik begleitet wird, singt dazu Lieder aus Estland - mal fröhlich, mal melancholisch.

 

So, 07.03.2004, 11.30 Uhr
Führung durch die Ausstellung (Candy Sauer)

Den größten Teil der rd. 600 Sachobjekte und ca. 100 Fotos und Postkarten aus Estland, die heute zum Bestand des Museums Europäischer Kulturen gehören, wurden 1936 im Rahmen einer Sammelreise erworben. Einige ausgesuchte Stücke dieser Sammlung ergänzen die Ausstellung ethnografischer Fotografien von Johannes Pääsuke, die vom Estnischen Nationalmuseum in Tartu entwickelt wurde. Von den Fotografien und Objekten ausgehend möchte die Führung einige Aspekte der estnischen Kulturgeschichte vermitteln.

 

Fr, 12.03.2004, 18.00 Uhr
Vortrag: 100 Jahre Theater in Estland (Reet Weidebaum, Kulturattaché der Republik Estland)

Reet Weidebaum ist Kulturattaché der Republik Estland. Sie hat an mehreren Theatern gearbeitet und stellt in ihrem Vortrag die Geschichte und die gegenwärtigen Entwicklungen des estnischen Theaters vor.

 

Sa, 13.03.2004, 16.00 Uhr
In Zusammenarbeit mit dem Finnland-Institut in Deutschland:
Musikvortrag: Finnische Kantele und estnische Kannel (Arja Kastinen) (Vortrag in engl. Sprache)

In Zusammenarbeit mit dem Finnland-Institut in Deutschland findet dieser Musikvortrag statt. Arja Kastinens musikalische Laufbahn begann in Kaustinen, dem Ort des bekannten finnischen Volksmusikfestivals, am dortigen Musikgymnasium. An der Sibelius-Akademie in Helsinki bzw. deren Volksmusikabteilung erwarb sie Abschlüsse als "Magister der Musik" (1994) und "Doktor der Musik" (2000). Seit mehr als 15 Jahren ist die Künstlerin selbst als Dozentin ihres Faches tätig. Zu ihren zahllosen Konzerten innerhalb Finnlands kamen Auftritte in Deutschland, Schweden, Italien, Estland und den USA hinzu.
Die Motivik für Arja Kastinens Konzert in Berlin liegt in Kantele-Improvisationen aus dem 19. Jahrhundert. Die Künstlerin schafft in ihrer "fortlaufenden, meditativen" Musik auf 15-, 14- und 10-saitigen Kantele-Instrumenten mit Hilfe traditioneller und innovativer Spieltechniken eine Fülle von Klangfarben.
In Ihren Ausführungen wird die Musikerin auch auf die Besonderheiten der estnischen Kannel-Musik eingehen.

 

So, 14.03.2004, 16.00 Uhr
Film: "Arvo Pärt: 24 preludes." Dokumentation über den estnischen Komponisten Arvo Pärt. (90 min.)

Dieser sehr ruhige Film stellt in 24 Abschnitten wichtige Stationen im Leben von Arvo Pärt vor. Arvo Pärt, der international bedeutende Vertreter der Neuen Musik, wurde 1935 in Estland geboren und lebt seit 1981 in Berlin.

 

Fr, 26.03.2004, 18.00 Uhr
Diavortrag: Estland - zurück in Europa. Eine Bilderreise. (Brigitte v. Engelhardt)

Brigitte v. Engelhardt, Vorsitzende der Deutsch-Estnischen Gesellschaft Berlin, hat auf ihren zahlreichen Reisen durch Estland Impressionen von Land und Leuten gesammelt. Diese bieten einen interessanten Kontrast zu den historischen Aufnahmen Johannes Pääsukes vom Anfang des 20. Jahrhunderts.



Sa, 27.03.2004, 16.00 Uhr
In Zusammenarbeit mit dem Finnland-Institut in Deutschland:
Lesung: "Grenzen". (In deutscher, estnischer und finnischer Sprache). Mit Maimu Berg (EST) und Kristina Carlson (FIN) sowie Liis Kolle. Moderation: Stefan Moster

"Grenzen" ist das Thema der Autorenlesung mit Maimu Berg aus Estland und Kristina Carlson aus Finnland. Maimu Berg, geboren 1945, arbeitete als Journalistin einer estnischen Modezeitschrift, bevor sie sich Ende der 1980er Jahre ganz dem Schreiben widmete. In Berlin wird sie aus dem Roman "Ich liebte einen Russen" lesen und es wird ein Auszug aus ihrer Erzählung "Die Lügnerin" zu hören sein. Die Themen von Maimu Bergs Werken kreisen um zerbrochene Liebe, tragische Leidenschaft und die Unmöglichkeit der Harmonie in zwischenmenschlichen Beziehungen.
Kristina Carlson, Jahrgang 1949, war nach dem Studium der Allgemeinen Literaturwissenschaft über 20 Jahre lang als Redakteurin eines finnischen Nachrichtenmagazins tätig. Seit 1996 arbeitet sie als freie Schriftstellerin, Journalistin und Literaturkritikerin. Sie liest aus ihrem Roman "Ins Land am Ende der Welt".

 

So, 28.03.2004, 16.00 Uhr
Film: "Tallinn. Stadt im Aufbruch." Dokumentation von Dietrich Leubl. (45 min.)

 

Fr, 02.04.2004, 18.00 Uhr
Vortrag: Estnischer Silberschmuck (Kaalu Kirme, Tallinn)

Kaalu Kirme, Kunsthistoriker aus Tallinn, ist Spezialist für estnisches Silber. Er hat die Bestände des Museums Europäischer Kulturen 1999 im Rahmen einer Forschungsreise untersucht und berichtet in seinem Vortrag über die Traditionen des sog. estnischen Bauernsilbers. Dessen Herstellung, Motivik und Verbreitung stehen dabei im Vordergrund.



Sa/So, 03./04.04.2004, 11-18 Uhr
Kunsthandwerk: Genähtes und Gestricktes. Traditionelle Techniken aus Estland (Tiiu Sepp, Tallinn). Vorführung und Verkauf

Tiiu Sepp, Kunsthandwerkerin aus Estland, stellt traditionelle Textiltechniken und Muster aus Estland in unterschiedlichen Stadien vor und erläutert die Herstellung.

 

Fr, 16.04.2004, 18.00 Uhr
Vortrag: Minderheiten in Geschichte und Gegenwart Estlands (Hain
Rebas, Kiel)

Aus der Sicht des Historikers erläutert Hain Rebas die wechselvolle Geschichte Estlands und das Zusammenleben der Vertreter verschiedener Kulturen. So stehen die Kontakte zwischen Esten, Dänen, Deutschen, Juden, Letten, Russen, Schweden und Setu im Mittelpunkt dieses Vortrages.
Hain Rebas, geboren 1943 in Tallinn/Estland, studierte u. a. Geschichte an der Universität Göteborg/Schweden. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Nordische Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität Kiel und war von 1992-1993 Verteidigungsminister von Estland.

 


Sa, 17.04.2004, 16.00 Uhr
Film: Head käed/Flinke Hände/Good hands. Spielfilm Lettland/Estland 2001 (90 min.)
(mit engl. Untertiteln)

Der Film erzählt die Geschichte der jungen Diebin Margita. Als ihr der Boden unter den Füßen im lettischen Riga zu heiß wird, macht sie sich per Anhalter auf den Weg nach Estland …

 

So, 18.04.2004, 11.30 Uhr:
Führung durch die Ausstellung: Johannes Pääsuke und die ethnografische Fotografie (Irene Ziehe)

Irene Ziehe stellt das Werk Johannes Pääsukes vor und geht dabei auf die Besonderheiten der ethnographischen Fotografie ein.
Frauenhaube
Tupenurme, Insel Muhu/Estland
Leinen, bestickt; Anfang 20. Jh.

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