Faszination Bild:
Kulturkontakte in Europa
Verein der  
 Freunde des Museums Europäischer Kulturen

            

 

Museumsveranstaltungen

"Machten wir heute eine Bilanz unseres geistigen Besitzes - Theorien, Normen, Wünsche und Vermutungen -, so würde sich herausstellen, dass das meiste davon nicht unsrem jeweiligen Vaterland, sondern dem gemeinsamen europäischen Fundus entstammt. In uns allen überwiegt der Europäer bei weitem den Deutschen, Spanier, Franzosen…
Wenn wir uns vorstellen, wir sollen lediglich mit dem leben, was wir als 'Nationale' sind, wenn wir etwa den durchschnittlichen Deutschen aller Sitten, Gedanken, Gefühle zu entkleiden probieren, die er von anderen Ländern des Erdteils übernommen hat, werden wir bestürzt sein, wie unmöglich eine solche Existenz schon ist; vier Fünftel unserer inneren Habe sind europäisches Gemeingut"

Ortega y Gasset (Spanischer Kulturphilosoph 1883-1955)


Kulturkontakte in Europa: Faszination Bild

Die Ausstellung "Kulturkontakte in Europa: Faszination Bild" ist der erste Versuch des Museums Europäischer Kulturen gewesen, zum Verständnis der facettenreichen europäischen Kulturentwicklung beizutragen, indem sie über das Medium Bild nach gemeinsamen kulturellen Wurzeln in Europa sucht. Die Ausstellung widmet sich demnach nicht einzelnen Kunstwerken - sie zielt vielmehr auf das kulturelle Phänomen, d.h. auf die Funktion und den Gebrauch von konkreten Bildern im täglichen Leben. Sie gibt einen Einblick in die wachsende Bedeutung und Anzahl der Bilder und Bildinhalte im Lebensumfeld der Menschen vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Dabei wird u. a. gezeigt, wie durch die Erfindung von technischen Reproduktionsverfahren und durch die Verbreitung von Bildern ein europäischer Motivschatz entstand, der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Kulturen beleuchtet.

  Faszination
Bilder
Bilder
werden mobil
größer
Spanschachtel
mit der Darstellung Napoleons
Thüringen oder Böhmen, ca. 1810
Heilige Elisabeth von Thüringen
Wandbehang (Detail)
Seiden und Leinenstickerei
vermutlich Kloster Behna bei Leipzig
Anfang 15. Jahrhundert
Meerwurf Jonas
Ausschnitt aus einem Fleckelteppich,
Tuchmosaik
Schlesien, 18. Jahrhundert

Die Ausstellung macht also deutlich, dass Kulturen nicht unabhängig voneinander existieren, sondern dass sie ihre spezifische Ausprägung durch gegenseitige Einflüsse bei Handel und Reisen, durch Kommunikation und Konfrontation erfahren. Bilder übten und üben ihre eigene Faszination aus. Sie überwinden Ländergrenzen, Sprachbarrieren und Jahrhunderte. Bilder knüpfen Verbindungen zwischen den Kulturen. So zeugt die Herausbildung des o.g. Motivschatzes zum Beispiel von interkulturellen Verflechtungen, lange bevor politische Konzepte die Einheit Europas auf die Tagesordnung setzten.

                  Bilder
                  werden gedruckt
            Bilder
            unterwegs
Spielkarte aus dem "Tiertarock"
kolorierter Holzstich
Wels/Oberösterreich
Ende 18. Jahrhundert
Italienischer Bilderhändler
kolorierte Lithographie
Paris, 1842
Die Auseinandersetzung mit "Kulturkontakten" und dem Nachvollziehen ihrer europäischen Verbindungen ist eine der wesentlichen Profillinien des Museums Europäischer Kulturen. In diesem Sinne möchte es sich mit Ausstellungen, Veranstaltungen und der Bildung von Netzwerken zwischen ihm und seinen europäischen Partnern langfristig als Ort von interkulturellen Begegnungen etablieren. Dabei versteht sich das Museum Europäischer Kulturen als kulturhistorisch ausgerichtete Institution vor allem auch als Beobachter sozialer und interkultureller Prozesse der Gegenwart.
Haubenschachtel
Schlesien 18. Jahrhundert
Stereo-Handbetrachter
um 1900

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Die Bilder sind dem Flyer:
Kulturkontakte in Europa
Faszination Bild
Eine Ausstellung des
Museums Europäischer Kulturen, Berlin 1999, entnommen
(außer 3,6,7)
Fotografen: M. Franken
                  U. Franz-Scarciglia
                  D. Graf
                  C. Obrocki
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Europäischer Kulturen 
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