Ausstellung
"Frühling im Herbst/Wiosna jesienia/Le printemps en automne"

Vom polnischen November zum deutschen Mai. Das Europa der Nationen 1830-1832.
Ausstellung des Museums Europäischer Kulturen Staatliche Museen zu Berlin

in Verbindung mit dem Bundesarchiv - Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte
Verein der  
 Freunde des Museums Europäischer Kulturen

 

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Bericht Szczecin - Brandenburg a. d. Havel -
Eisenhüttenstadt - Schwedt (Oder)

Drodzy Kolezanki i Koledzy, wielcy Przyjaciele naszego projektu!
Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde unseres Projektes!

Wie vorgesehen wurde die Ausstellung am Montag, dem 29. September, von Christian Ahlers und Gerhard Weiduschat im Nationalmuseum in Stettin abgebaut. Die Austellungstournee durch sechs polnische Städte fand damit ihr vorläufiges Ende. Stanislaw Horoszko, Kustos am Nationalmuseum dankte im Namen von Direktor Lech Karwowski noch einmal sehr herzlich dafür, dass die Ausstellung in Szczecin gezeigt werden konnte. Als Dank überreichte er eine CD-Rom mit Aufnahmen der Ausstellung und der Eröffnungsfeier am 3. September. Dankenswerterweise wurde der Rücktransport der Ausstellungsmaterialien nach Berlin wieder mit Hilfe eines Fahrzeugs der Botschaft der Republik Polen in Deutschland vorgenommen, so dass an der Grenze keine Wartezeiten entstanden und der Transport schon am frühen Abend am Museum Europäischer Kulturen in Berlin-Dahlem eintraf. Die beiden folgenden Tage waren Reparaturarbeiten an den Ausstellungswänden und dem Auftragen von Überschriften für die einzelnen Abteilungen der Ausstellung gewidmet. Am Donnerstagmorgen stand dann ein vom Rotary Club Brandenburg a. d. Havel freundlicherweise zur Verfügung gestellter LKW vor der Tür, um die Ausstellung an den ersten deutschen Ausstellungsort zu transportieren. Leider war es uns trotz der außerordentlich intensiven Unterstützung durch den Generalstaatsanwalt im Lande Brandenburg, Dr. Erardo Cristoforo Rautenberg, nicht gelungen, die Bundeswehr zum durchgängigen Transport unserer Ausstellung zu bewegen. Immerhin hatte sich aber das Panzergrenadierbataillon 421 bereiterklärt, beim Abladen der Ausstellung in Brandenburg behilflich zu sein, was dann auch dankenswerterweise geschah.
Der Aufbau im Kreuzgang am Dom zu Brandenburg gestaltete sich wegen des unebenen und stark abfallenden Bodens äußerst schwierig. Fast dreimal länger als üblich waren Christian Ahlers und Gerhard Weiduschat tätig; alle Ausstellungswände wurden mit besonderen, in der Höhe stufenlos verstellbaren Füßen versehen, um die Unebenheiten des Bodens auszugleichen. Extra aufgestellte Strahler - auch hier ist dem Rotary Club und dem Museum im Frey-Haus in Brandburg herzlich Dank zu sagen - konnten die schwierigen Lichtverhältnisse im Kreuzgang verbessern.
Als dann am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, die Ministerin der Justiz und für Europaangelegenheiten, Frau Barbara Richstein, unsere Schirmherrinnen, das Mitglied unseres Beirates, Botschaftsrat Dr. habil. Jan Rydel, der Präsident des Rotary Clubs Brandenburg, Peter Willmann, und ich selbst vor etwa 400 Anwesenden die Ausstellung im Dom zu Brandenburg durch die Enthüllung der Kopie des Gemäldes von Dietrich Monten "Finis Poloniae oder Der Polen Abschied vom Vaterlande 1831" feierlich eröffneten, erntete die Ausstellung in ihrer leicht veränderten und verbesserten Form wieder die Anerkennung der zahlreichen Betrachter. Ein Beitrag in der Lokalausgabe der "Märkischen Allgemeinen" und ein Artikel von Erardo C. Rautenberg im "Tagesspiegel" hatten vorher bereits intensiv auf die Ausstellung hingewiesen.
Frau Ministerin Richstein ging in ihrer Rede zum Tag der Deutschen Einheit auch auf unsere Ausstellung ein und wies angesichts des bevorstehenden polnischen EU-Beitritts besonders auf die hier dargestellte europäische Dimension hin. Dr. Rydel stellte in seinem kenntnisreichen und humorvollen Beitrag die deutschen Polenlieder in den Mittelpunkt, zitierte sie sowohl in polnischer als auch in ihrer ursprünglichen deutschen Sprache und betonte in seiner Interpretation die aktuellen Bezüge.

Bei sehr schönem Herbstwetter schloss sich ein langer Rundgang in Anwesenheit des Ururenkels von Johann Georg August Wirth, dem Mitinitiator des Hambacher Festes von 1832, Herrn Dr. Christof Müller-Wirth, durch die Ausstellung an, bei dem ich die Ziele und auch einzelne Exponate noch einmal gesondert erläuterte. Ein Empfang des Rotary- und des Inner Wheel-Clubs Brandenburg beendete die gelungene Veranstaltung.

Wie vorgesehen wurde die Ausstellung am Montag, dem 20. Oktober, wieder mit Unterstützung durch Soldaten des Panzergrenadierbataillons 421 in Brandenburg an der Havel abgebaut und auf einen dankenswerter zur Verfügung gestellten Lkw der Betriebsfeuerwehr der Firma EKO-Stahl GmbH, Eisenhüttenstadt, verladen, die ja auch unser Ausstellungsprojekt großzügig unterstützt hatte. Der Transport verlief problemlos, so dass die Montage im Ausstellungsraum des Rathauses von Eisenhüttenstadt am Dienstagabend abgeschlossen werden konnte. Am Mittwoch, dem 22. Oktober, wurde im Beisein der Stadtverordneten und des Arbeitsdirektors der Firma EKO-Stahl GmbH, Rainer Barcikowski, die Ausstellung von Bürgermeister Rainer Werner und dem Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Steffen Reiche, eröffnet, dessen Redebeitrag wir im Anhang dokumentieren. Ich selbst war dienstlich verhindert und wurde von Herrn Generalstaatsanwalt Dr. Rautenberg vertreten. Herr Weiduschat führte anschließend durch die Ausstellung.

Am 17. November holte ein Fahrzeug der Stadtverwaltung Schwedt, die Ausstellung in Eisenhüttenstadt ab. Die Eröffnung am Mittwoch in Schwedt (Oder) fand im Foyer des Neuen Rathauses statt, das am selben Tag durch die feierliche Schlüsselübergabe eröffnet worden war. In Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Peter Schauer nahmen Dezernent Lutz Herrmann und anstelle der dienstlich verhinderten Ministerin der Staatsekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr. Christoph Helm, die Eröffnung vor. Herr Herrmann verwies auf die enge kulturelle Zusammenarbeit vor allem mit dem nahen Szczecin und freute sich, eine so attraktive Ausstellung zur Eröffnung des Neuen Rathauses zeigen zu können. Herr Dr. Helm nahm eine historische Einordnung des Novemberaufstandes von 1830 vor und stellte Verbindungen zu den entsprechenden Ereignissen in Griechenland, Frankreich und Belgien her. Ich selbst verlas zunächst ein Grußwort des leider ebenfalls dienstlich verhinderten Vorsitzenden der Deutsch-polnischen Parlamentariergruppe, Markus Meckel, und führte dann nach kurzer thematischer Einleitung die zahlreichen Anwesenden durch die Ausstellung. Musikalisch wurde die Feierlichkeit untermalt von Mitgliedern der "Musikschule J. A. P. Schulz", Schwedt, die stimmungsvoll Lieder der Romantik zu Gehör brachten. Ein kleiner Umtrunk beendete diesen sehr gelungen Abend. Mein besonderer Dank dafür gilt der Abteilungsleiterin im Kulturdezernat, Frau Doris Schulze, in deren Händen auch schon die gesamte vorbereitende Organisation der Ausstellung gelegen hatte. Herr Micha Mehden von der "Galerie im Ermelerspeicher" hatte Herrn Weiduschat beim Aufbau der Ausstellung assistiert und ihm wertvolle Ratschläge gegeben.

Hinweisen darf ich Sie an dieser Stelle darauf, dass ich im Rahmen der 10. Konferenz des Arbeitskreises deutscher und polnischer Kunsthistoriker "Wanderungen: Künstler - Kunstwerk - Motiv -- Stifter", die vom 25. - 28. September 2003 unter der Leitung von Prof. Dr. Andrzej Tomaszewski und Prof. Dr. Dethard von Winterfeld im Instytut Sztuki PAN und im Deutschen Historischen Institut in Warschau stattfand, die Gelegenheit hatte über "Dietrich Montens ‚Finis Poloniae 1831' und seine Popularisierung nach dem niedergeschlagenen Aufstand von 1831" zu berichten.

Heute nun möchte ich Sie schon auf unserer nächsten Eröffnung aufmerksam machen: Wir sind erstmals im Freistaat Sachsen zu Gast und werden

am Dienstag, dem 9. Dezember 2003, um 11.00 Uhr,
im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr, Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden.

in Anwesenheit polnischer und deutscher Gäste den nunmehr schon vierten deutschen Standort der Ausstellung eröffnen können. S. E. Der Botschafter der Republik Polen in der Bundesrepublik Polen, Herr Dr. Andrzej Byrt, hat sein Erscheinen bereits zugesagt. Eine gesonderte Einladung wird noch ergehen.

Mit freundlichen Grüßen
Pozdrawiam serdecznie
Ihr

Konrad Vanja

 

Patronat/Schirmherrschaft/Parrainage:
S. E. Der Botschafter der Republik Polen in Deutschland, Dr. Andrzej Byrt.
S. E. Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Polen, Dr. Reinhard Schweppe.
Die Ministerin der Justiz und für Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, Barbara Richstein

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