Ausstellung
"Frühling im Herbst/Wiosna jesienia/Le printemps en automne"

Vom polnischen November zum deutschen Mai. Das Europa der Nationen 1830-1832.
Ausstellung des Museums Europäischer Kulturen Staatliche Museen zu Berlin

in Verbindung mit dem Bundesarchiv - Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte
Verein der  
 Freunde des Museums Europäischer Kulturen

 in der Presse

 Museumsveranstaltungen 

Aus: Badisches Tagblatt, Rastatter Tageblatt, Nr. 27 vom Dienstag, 3. Februar 2004, o. S.

Hans Koschnick und Konrad Vanja eröffneten die deutsch-polnische Wanderausstellung "Frühlimg im Herbst" im Rastatter Freiheitsmuseum

Rastatt (nf) - Die Konflikte im deutsch-polnischen Verhältnis und seine feste Überzeugung, diese im europäischen Einigungsprozess überwinden zu können, stellte Hans Koschnick gestern Abend in den Mittelpunkt seines Vortrags. Diesen hielt der ehemalige Bremer Bürgermeister und Präsident des deutschen Polen-Instituts bei der Eröffnung der Ausstellung ,Frühling im Herbst - Vom polnischen November bis zum deutschen Mai", die bis zum 7. März im Freiheitsmuseum im Schloss Rastatt zu sehen ist.

Hans Koschnik (Mitte) und Konrad Vanja (r.) vor der Vergrößerung des historischen Gemäldes "Finis poloniae"      Foto: Vetter

Zwei "grobe Auseinandersetzungen" bestimmen derzeit das politische Verhältnis beider Länder, sagte Koschnick: Das polnische Engagement am Irak-Krieg an der Seite der USA und das Veto Warschaus gegen eine EU-Verfassung. Doch das Handeln Polens sei historisch begründet, erklärte Koschnick: Keiner der polnischen Nachbarn habe in politisch brisanten Zeiten die Interessen Polens vertreten außer den USA, erinnerte Koschnick, der in humorvoller Art auch auf seine polnische Ursprünge hinwies: "Mein Name bedeutet Korbmacher die waren hüben wie drüben als arbeitsscheu verschrien." Wenn man nun aufeinander zugeht, werden Wege für ein Miteinander in einem gemeinsamen Europa gefunden, zeigte sich Koschnick sicher, der an die EU-Osterweiterung am 1. Mai erinnerte.
Das Polen schon einmal den Weg nach Europa gefunden hat, darauf verwies Konrad Vanja, Direktor des Museums Europäischer Kulturen in Berlin und Mitinitiator der Wanderausstellung, in seiner Eröffnungsansprache. Die Bevölkerung Westeuropas habe die polnischen Freiheitskämpfer bewundert und den rund 8000 Flüchtenden in den Jahren 1830 bis 1832 Unterstützung gewährt skizzierte Vanja die Inhalte der Ausstellung. Polnische Soldaten probten damals einen Aufstand gegen die russische Besatzungsmacht.
"Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, die Freiheitskämpfer mussten aus Polen gen Westen fliehen."
Es habe einen wahren Polen- Enthusiasmus gegeben. Und auch die badische Revolution 1848/49 sei vom polnischen Freiheitskampf beeinflusst worden, erklärte der Historiker: "Polnische Soldaten - darunter General Mieroslawski - kämpften hier in Rastatt auf der Seite der badischen Revolutionäre."
Im Mittelpunkt der Ausstellung mit rund 80 Bildern, Graphiken und Texten stehe das historische Gemälde "Finis poloniae" des Malers Dietrich Montens (1832), dass die Stimmung eines untergehenden Pollens einfange. Dem gegenüber finden sich die zeitgenössischen Syrnpathiebekundungen, die den Polen auch auf dem Hambacher Fest (1832) entgegen schlugen: "Noch ist Polen nicht verloren" und "Ohne Polens Freiheit, keine deutsche Freiheit", erläuterte Vanja. Auch - der Präsident des Bundesarchivs, Hartrnut Weber, hob die "Märtyrerrolle" Polens im "europäischen Frühling" hervor. "Nach dieser Phase des guten Miteinanders erscheint der Vernichtungsexzess im 20. Jahrhunderts umso unverständlicher", fand er mahnende Worte.

mehr zu unserer Ausstellung unter: www.deutsche-und-polen.de

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