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Aus: Badisches Tagblatt,
Rastatter Tageblatt, Nr. 27 vom Dienstag, 3. Februar 2004, o. S.
Hans Koschnick und Konrad
Vanja eröffneten die deutsch-polnische Wanderausstellung "Frühlimg
im Herbst" im Rastatter Freiheitsmuseum
Auf dem
Weg nach Europa
| Rastatt (nf) - Die Konflikte
im deutsch-polnischen Verhältnis und seine feste Überzeugung,
diese im europäischen Einigungsprozess überwinden
zu können, stellte Hans Koschnick gestern Abend in den
Mittelpunkt seines Vortrags. Diesen hielt der ehemalige Bremer
Bürgermeister und Präsident des deutschen Polen-Instituts
bei der Eröffnung der Ausstellung ,Frühling im Herbst
- Vom polnischen November bis zum deutschen Mai", die bis
zum 7. März im Freiheitsmuseum im Schloss Rastatt zu sehen
ist. |

Hans Koschnik (Mitte) und Konrad Vanja (r.)
vor der Vergrößerung des historischen Gemäldes
"Finis poloniae" Foto:
Vetter
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Zwei "grobe
Auseinandersetzungen" bestimmen derzeit das politische
Verhältnis beider Länder, sagte Koschnick: Das polnische
Engagement am Irak-Krieg an der Seite der USA und das Veto Warschaus
gegen eine EU-Verfassung. Doch das Handeln Polens sei historisch
begründet, erklärte Koschnick: Keiner der polnischen
Nachbarn habe in politisch brisanten Zeiten die Interessen Polens
vertreten außer den USA, erinnerte Koschnick, der in humorvoller
Art auch auf seine polnische Ursprünge hinwies: "Mein
Name bedeutet Korbmacher die waren hüben wie drüben
als arbeitsscheu verschrien." Wenn man nun aufeinander
zugeht, werden Wege für ein Miteinander in einem gemeinsamen
Europa gefunden, zeigte sich Koschnick sicher, der an die EU-Osterweiterung
am 1. Mai erinnerte.
Das Polen schon einmal den Weg nach Europa gefunden hat, darauf
verwies Konrad Vanja, Direktor des Museums Europäischer
Kulturen in Berlin und Mitinitiator der Wanderausstellung, in
seiner Eröffnungsansprache. Die Bevölkerung Westeuropas
habe die polnischen Freiheitskämpfer bewundert und den
rund 8000 Flüchtenden in den Jahren 1830 bis 1832 Unterstützung
gewährt skizzierte Vanja die Inhalte der Ausstellung. Polnische
Soldaten probten damals einen Aufstand gegen die russische Besatzungsmacht. |
"Der
Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, die Freiheitskämpfer
mussten aus Polen gen Westen fliehen."
Es habe einen wahren Polen- Enthusiasmus gegeben. Und auch die
badische Revolution 1848/49 sei vom polnischen Freiheitskampf
beeinflusst worden, erklärte der Historiker: "Polnische
Soldaten - darunter General Mieroslawski - kämpften hier
in Rastatt auf der Seite der badischen Revolutionäre."
Im Mittelpunkt der Ausstellung mit rund 80 Bildern, Graphiken
und Texten stehe das historische Gemälde "Finis poloniae"
des Malers Dietrich Montens (1832), dass die Stimmung eines
untergehenden Pollens einfange. Dem gegenüber finden sich
die zeitgenössischen Syrnpathiebekundungen, die den Polen
auch auf dem Hambacher Fest (1832) entgegen schlugen: "Noch
ist Polen nicht verloren" und "Ohne Polens Freiheit,
keine deutsche Freiheit", erläuterte Vanja. Auch -
der Präsident des Bundesarchivs, Hartrnut Weber, hob die
"Märtyrerrolle" Polens im "europäischen
Frühling" hervor. "Nach dieser Phase des guten
Miteinanders erscheint der Vernichtungsexzess im 20. Jahrhunderts
umso unverständlicher", fand er mahnende Worte. |
Patronat/Schirmherrschaft/Parrainage:
S. E. Der Botschafter der Republik Polen in Deutschland, Dr. Andrzej
Byrt.
S. E. Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Polen, Dr.
Reinhard Schweppe.
Die Ministerin der Justiz und für Europaangelegenheiten des
Landes Brandenburg, Barbara Richstein
mehr zu unserer
Ausstellung unter: www.deutsche-und-polen.de
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