Ausstellung
"Frühling im Herbst/Wiosna jesienia/Le printemps en automne"

Vom polnischen November zum deutschen Mai. Das Europa der Nationen 1830-1832.
Ausstellung des Museums Europäischer Kulturen Staatliche Museen zu Berlin

in Verbindung mit dem Bundesarchiv - Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte
Verein der 
 Freunde des Museums Europäischer Kulturen

 

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Bericht Gorzów - Swinoujscie

Drodzy Kolezanki i Koledzy, wielcy Przyjaciele naszego projektu!
Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde unseres Projektes!

Wie vorgesehen wurde die Ausstellung am Montag, dem 4. August, von zwei Mitarbeitern der Regionalen Postverwaltung in Gorzów (Landsberg/Warthe) und dem Kurator des Projektes, Gerhard Weiduschat, abgebaut. Der Direktor der Postverwaltung, Stanislaw Kisiel, bedankte sich noch einmal dafür, dass er "diese hervorragende, nicht alltägliche Ausstellung" in seinen Räumen beherbergen durfte. Ihm, seinen Mitarbeiterinnen Katarzyna Piasta und Elzbieta Kaczmarczyk, die noch einen Presseartikel zur Ausstellung überreichten, den wir im Anhang dokumentieren, sowie Malgorzata Pieluszczak vom Büro für Stadtmarketing in Gorzów sei noch einmal ganz herzlich für die große organisatorische Unterstützung des Projekts und die gelungene Gestaltung der Eröffnungsfeier gedankt.
Auch in Gorzów waren wieder fünf polnische Soldaten mit einem Lastwagen zur Stelle, verluden und sicherten die Ausstellungswände mit der gebotenen Vorsicht und so konnte sich kurz nach 11.00 Uhr der kleine Konvoi mit dem Militärlastwagen und dem Privatwagen von Herrn Weiduschat, in dem drei der Soldaten mitfuhren, in Richtung Swinoujscie (Swinemünde) in Bewegung.
Nachdem aufgrund besonderer "Bescheinigungen" die Wartezeit auf die obligatorische und zur Urlaubszeit natürlich stark frequentierte Fähre zur Insel Usedom (Uznam) erheblich verkürzt werden konnte, traf der Transport am frühen Nachmittag am Städtischen Kulturhaus (Miejski Dom Kultury) ein und der Lastwagen konnte sofort entladen werden.
Der Aufbau der Ausstellung im großzügig bemessenen Sportsaal des Kulturhauses fand am Dienstag statt, wobei zwei Mitarbeiter des Kulturhauses wertvolle Unterstützung leisteten.

Bei der kleinen Eröffnungsfeier am Mittwoch war es wieder erstaunlich zu sehen, wie diese Ausstellung in ihrer eleganten Gestaltung und mit ihren populären Aussagen mit großer Aufmerksamkeit und vielfachem Erstaunen aufgenommen wird. Schon während des Vorgesprächs hatte sich die Leiterin des Kulturhauses, die Musikerin und Dirigentin Barbara Okon, sehr positiv über die Ausstellung geäußert.
Sie begrüßte auch mit freundlichen Worten die Anwesenden bei der Eröffnungsfeier und meinte, dass es eine solch historisch interessante Ausstellung in diesem Umfang in Swinoujscie noch nicht gegeben habe. Sie bedankte sich herzlich für die großzügige Präsentation und bat Dr. Manfred Hiltner, Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern um ein Grußwort, das wir im Anhang dokumentieren. Für die Stadt Swinoujscie dankte mit herzlichen Worten der Stellvertretende Stadtpräsident Ryszard Kowalski. Ich selbst führte in meiner kurzen Einführung bezugnehmend auf den neuen Standort unter anderem aus, dass die Thematik unserer Ausstellung "Frühling im Herbst" ein kleiner Leuchtturm in einer sonst vielfach dunklen Geschichte in den Beziehungen beider Länder sei.
Besonders positiv vermerkt wurde, dass wir eigens für den Ausstellungsort Swinoujscie der Ausstellung zwei Tafeln hinzugefügt haben. Theodor Fontane, dem wir viele literarische Zeugnisse zu Polen und dem polnischen Schicksal verdanken, ging 1831 in Swinemünde zur Schule und erlebte hier den November-Aufstand und seine Folgen aus der Ferne. Später hat er sich in seinem "Autobiographischen Roman" Meine Kinderjahre an diese Zeit erinnert. Dorota Kownacka hat die entsprechende Passage freundlicherweise ins Polnische übertragen, Christian Ahlers die beiden Texttafeln für die Ausstellung vorbereitet. Ich nahm daher die Gelegenheit wahr, aus diesem Text zu zitieren und insbesondere auf das lange noch in Deutschland bekannte Lied "Denkst Du daran, mein tapfrer Lagienka"(nach Karl von Holtei) hinzuweisen, das fast bis zur Jahrhundertwende - gegen den politischen Trend der Zeit - die Erinnerung und die emotionale Anteilnahme am polnischen Schicksal wach hielt.
Swinemünde war ein schönes und ergreifendes Erlebnis: man äußerte sich verwundert darüber, wie eine solch "patriotische Ausstellung" - davon war mehrfach die Rede - ausgerechnet aus Deutschland kommen könne. Wenn wir "patriotisch" auch mit engagiert übersetzen, ist das ein großes Kompliment.
Mit der Enthüllung des Bildes von Dietrich Monten, das von den Gastgebern mit einer polnischen Fahne verhüllt worden war, wurde die Ausstellung in Swinoujscie feierlich eröffnet.

Langsam geht unsere Ausstellungslinie auf der polnischen Seite zu Ende. Deshalb würde ich mich freuen, Sie bei der Eröffnung an unserem letzten polnischen Standort,

am Mittwoch, dem 3. September 2003, um 17.00 Uhr,
im Muzeum Narodowe, Oddzial Muzeum Morskie,
ul. Waly Chrobrego 3, 70-502 Szczecin

begrüßen zu können und verbleibe mit freundlichen Grüßen Pozdrawiam serdecznie
Ihr

Konrad Vanja


Patronat/Schirmherrschaft/Parrainage:
S. E. Der Botschafter der Republik Polen in Deutschland, Dr. Andrzej Byrt.
S. E. Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Polen, Dr. Reinhard Schweppe.
Die Ministerin der Justiz und für Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, Barbara Richstein

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